Wenn Deutschland im November versinkt – Temperaturen einstellig, der Himmel ein durchgehender Wolkenfilm, kaum sieben Stunden Tageslicht – suchen viele genau das Gegenteil. Madeira bietet es: milde Wärme, sattgrüne Landschaften und eine Ruhe, die der europäische Herbst kaum kennt.
Meine Mutter war im Frühjahr auf Madeira und spricht noch heute davon. Jetzt plant sie, im November wiederzukommen – und die naheliegende Frage ist: Ist der November genauso schön? Die ehrliche Antwort: anders, aber auf eine eigene Art mindestens genauso reizvoll.
Wie ist das Wetter auf Madeira im November wirklich?
Im November hat Madeira tagsüber angenehme 20 bis 23 Grad Celsius. Abends kühlt es auf 15 bis 17 Grad ab – ein leichter Pulli reicht. Das Meer liegt noch bei rund 21 bis 22 Grad, für Hartgesottene durchaus noch badefreundlich.
| Klimawert | November Madeira | November Deutschland |
|---|---|---|
| Tageshöchsttemperatur | 20–23 °C | 5–9 °C |
| Nachttemperatur | 15–17 °C | 1–5 °C |
| Meerestemperatur | 21–22 °C | – |
| Sonnenstunden/Tag | 5–6 Std. | 1–2 Std. |
| Regentage im Monat | ca. 10–12 | ca. 18–20 |
Der November markiert den Beginn der feuchteren Jahreszeit auf Madeira. Mit rund zehn bis zwölf Regentagen und etwa 90 bis 110 mm Niederschlag im Monat müssen Sie mit gelegentlichen Schauern rechnen. Das Entscheidende: Diese Schauer sind meist kurz und intensiv, oft morgens schon vorbei. Und sie sind der Grund, warum Madeiras Landschaft im November in einem Grün leuchtet, das Sommerfotos nicht zeigen können.
Madeira bietet im November Temperaturen zwischen 20 und 23 Grad Celsius, rund fünf bis sechs Sonnenstunden täglich und deutlich weniger Touristen als in der Hochsaison – damit ist die Insel eines der attraktivsten November-Urlaubsziele in Europa.
Warum November auf Madeira eine gute Wahl ist
Flucht aus dem Novembergrau – mit klarem Temperaturgewinn
Wer im November aus Deutschland fliegt, gewinnt im Schnitt 15 bis 18 Grad Temperaturvorteil. Während in Frankfurt oder München die Tage grau und feucht sind, spazieren Sie in Funchal in der Herbstsonne durch die blühende Altstadt. Dieser Kontrast ist für viele der eigentliche Reisegrund – und er funktioniert im November zuverlässig.
Weniger Touristen, mehr Insel für Sie
Die Hauptsaison ist vorbei. Beliebte Wanderrouten wie die Levada das 25 Fontes oder der Aufstieg zum Pico do Arieiro sind deutlich weniger frequentiert. Restaurantreservierungen gelingen spontan, die Mietwagenpreise fallen spürbar, und an den Aussichtspunkten haben Sie die Aussicht oft fast für sich allein. Madeira ist im November näher an seinem authentischen Alltag als im Juli.
Preise bis zu 30 Prozent günstiger
November gilt als Nebensaison. Hotels, die im Sommer ausgebucht und teuer sind, haben freie Kapazitäten – und entsprechend attraktivere Preise. Pauschalreisen nach Madeira im November sind im Schnitt 20 bis 30 Prozent günstiger als in den Sommermonaten. Direktflüge ab Frankfurt, Düsseldorf oder München gibt es ab rund 100 Euro, in der Hochsaison oft das Doppelte.
Was Sie ehrlich wissen sollten – die Schattenseiten
Madeira im November ist kein ungeTrübtes Sonnenprogramm. Das sollten Sie einplanen:
Regen ist real. Vor allem die Nordseite der Insel (Santana, São Vicente) ist im November merklich feuchter als die Südseite rund um Funchal. Wanderungen auf der Nordküste erfordern Flexibilität – manchmal ist der Plan B das Richtige.
Levadas können rutschig sein. Nach Regen sind manche Wanderpfade schlammig oder feucht. Wasserdichtes Schuhwerk ist Pflicht, keine Option. Wer das ignoriert, erlebt keine schöne Wanderung.
Bestimmte Strände weniger geeignet. Das Meer kann im November unruhiger sein. Für entspanntes Schwimmen an Felsstränden wie der Praia de Machico ist November noch akzeptabel – die Nordküste ist für Badeurlaub eher ungeeignet.
Kürzere Tage. Madeira hat im November rund zehn bis elf Stunden Tageslicht. Früh starten bei Wanderungen lohnt sich.
Was kann man auf Madeira im November unternehmen?
Levada-Wanderungen sind die schönste Art, die Insel zu erleben – und im November auf der Südseite ideal. Empfehlenswert: die Levada das 25 Fontes (familienfreundlich, spektakuläre Wasserfälle), die Levada do Calderão Verde (anspruchsvoll, tief im Laurisilva-Urwald) und die Vereda do Areeiro für klare Tage mit Panoramaausblick.
Funchal ist zu jeder Jahreszeit einen vollen Tag wert: der Mercado dos Lavradores mit seiner farbenfrohen Markthalle, die Seilbahn nach Monte, der Botanische Garten – und abends die Altstadt mit einem Glas Madeirawein.
Walbeobachtung ist im November noch möglich. Madeira gehört zu den besten Spots in Europa für Wal- und Delfinbeobachtung. Die Touren sind im November deutlich weniger überfüllt als im Sommer.
Weinproben in Funchal: Die Weingüter Blandy's und D'Oliveiras bieten geführte Verkostungen an. Im November ohne lange Wartezeiten buchbar.
Veranstaltungen und Feste im November
Der November ist kulturell aktiver als sein Ruf:
- Festa das Castanhas am 1. November in Curral das Freiras – das Kastanienfest im malerischen „Tal der Nonnen“: geröstete Kastanien, Kastanienwein, traditionelle Musik. Ein echtes lokales Erlebnis, kein Touristenevent.
- Festa de São Martinho rund um den 11. November – auf ganz Madeira wird Sankt Martin mit frisch gerösteten Kastanien und neuem Wein (Jeropiga) gefeiert. Wer in dieser Woche reist, erlebt eine der schönsten lokalen Traditionen.
- Madeira Piano Fest (jährlich im November, Funchal) – internationales Klavierfestival mit Konzerten in der Stadt.
- The Essence of Wine (jährlich im November, Funchal) – Weinmesse mit lokalen und nationalen Winzern, ideal für Weinliebhaber.
Praktische Tipps für Ihre Reiseplanung
Packliste: Leichte Kleidung für tagsüber, dünner Pulli oder Jacke für abends, wasserfeste Regenjacke, festes wasserdichtes Schuhwerk für Wanderungen. Sonnencreme nicht vergessen – die Sonne hat auch im November Kraft.
Unterkunft: Funchal ist die ideale Basis. Von dort sind alle Sehenswürdigkeiten und Wandertrailheads gut erreichbar. Wer viel wandern möchte, kann für ein bis zwei Nächte ins Landesinnere wechseln – die Gegend um Ribeiro Frio ist ruhig und günstig.
Mietwagen: Empfehlenswert für Ausflüge in den Norden und das Landesinnere. Die Straßen sind kurvig und steil – wer normale Kurvenfahrten gewöhnt ist, kommt gut zurecht. Am Flughafen direkt verfügbar.
Flug: Direktverbindungen ab Frankfurt, Düsseldorf, München, Hamburg und Berlin nach Funchal. Flugzeit ca. 3,5 Stunden. Im November sind Last-Minute-Angebote keine Seltenheit.
Fazit: Lohnt sich Madeira im November?
Für alle, die dem deutschen Novembergrau entfliehen möchten, ist Madeira eine sehr gute Wahl. Milde Temperaturen, grüne Landschaften, weniger Touristentrubel und günstigere Preise als in der Hauptsaison – das ist ein überzeugendes Paket. Wer mit etwas Regen umgehen kann, findet hier einen der angenehmsten November-Urlaube in Europa.
Meine Mutter plant ihre Reise für diesen November. Der Frühling war wunderschön – aber der November hat seinen eigenen Zauber.
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